RATGEBER · STAND 16.10.2026
Spritpreise: Preisschild, 12-Uhr-Regel, Vergleich (2026)
Dieser Ratgeber erklärt, was das Preisschild einer Tankstelle leisten muss, wie die Preise in Vergleichs-Apps ankommen, was seit dem 1. April 2026 für Preiserhöhungen gilt und wohin du dich wendest, wenn etwas nicht stimmt. Quellenstand ist der 16. Oktober 2026. Die Regeln können sich ändern.
Was das Preisschild zeigen muss
Wer an einer Tankstelle Kraftstoff anbietet, muss die Preise so auszeichnen, dass Kraftfahrer sie deutlich lesen können. Das gilt für alle, die auf der Straße heranfahren, und für alle, die auf der Autobahn in den Tankstellenbereich einfahren. So regelt es die Preisangabenverordnung. Ob Mast, Schild oder Anzeige: Entscheidend ist, dass du den Preis aus dem Auto lesen kannst.
Wie hoch ein Preis ist, bestimmt die Tankstelle. Nach dem Bundeskartellamt dürfen die Unternehmen, die Tankstellen betreiben oder die Preissetzungshoheit haben, ihre Kraftstoffpreise grundsätzlich selbst und frei setzen. Einen vorgeschriebenen Einheitspreis gibt es nicht.
Quellen: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de), Bundeskartellamt
Wie die Preise in Apps landen
Betreiber öffentlicher Tankstellen müssen jede Preisänderung in Echtzeit an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe melden, getrennt nach Kraftstoffsorte. Gibt ein anderes Unternehmen die Verkaufspreise vor, meldet dieses Unternehmen. Das Bundeskartellamt nennt als gemeldete Sorten Super E5, Super E10 und Diesel.
Die Stelle darf die Preisdaten elektronisch an Anbieter von Verbraucher-Informationsdiensten weitergeben. Das sind zugelassene Betreiber von Vergleichsportalen für Spritpreise. Du siehst die Preise dann per App, online oder im Navigationsgerät. Einen eigenen Dienst betreibt die Stelle nicht. Welche Anbieter derzeit zugelassen sind, zeigt die Seite „Tank-Apps“ des Bundeskartellamts.
Stimmen die Daten einer Tankstelle in einer App nicht, richtest du die Beschwerde an die Beschwerdestelle des jeweiligen Dienstes.
Quellen: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de), Bundeskartellamt, Bundeskartellamt
Die 12-Uhr-Regel seit dem 1. April 2026
Seit dem 1. April 2026 gilt das Kraftstoffpreisanpassungsgesetz. Eine Preiserhöhung ist seitdem nur noch um 12 Uhr erlaubt, höchstens einmal je Kalendertag. Eine Senkung darf jederzeit erfolgen, auch mehrmals.
Die Regel richtet sich an Betreiber öffentlicher Tankstellen, die ihre Preise selbst festlegen, und an Unternehmen, die den Betreibern die Verkaufspreise vorgeben. Öffentlich ist eine Tankstelle, wenn sie an einem öffentlich zugänglichen Ort liegt und ohne Beschränkung des Personenkreises aufgesucht werden kann.
Für dich heißt das nach dem Bundeskartellamt: Vormittags ist Tanken am günstigsten. Um 12 Uhr gehen die Preise in einem Zug nach oben. Vergleiche vorher die Preise und plane den Stopp vor den Mittag.
Ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit. Die Geldbuße kann bis zu 100.000 Euro betragen. Durchsetzen müssen die Regel die Landesbehörden, nicht das Bundeskartellamt.
Die Regel ist neu. Das Gesetz ermächtigt die Bundesregierung, per Rechtsverordnung das Nähere zu bestimmen, einschließlich einer Aussetzung der Pflicht. Ob sie zum Zeitpunkt deines Tankstopps gilt, prüfst du deshalb auf den Seiten des Bundeskartellamts.
Quellen: Bundeskartellamt, Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de), Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de), Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (gesetze-im-internet.de)
Wenn der Preis nicht stimmt
Online kannst du Preise vergleichen und Beschwerden anstoßen. Den Preis am Schild und an der Zapfsäule prüfst du nur vor Ort. Fotografiere dort beide Anzeigen, bevor du fährst. Wohin du dich wendest, hängt vom Fall ab:
- Schild und Zapfsäule zeigen verschiedene Preise: Nach dem Bundeskartellamt kommt ein Verstoß gegen die Preisangabenverordnung in Betracht. Zuständig sind die Bundesländer. Auskunft geben die Wirtschaftsministerien der Länder und Verbraucherschutzorganisationen.
- Der Preis in einer App ist falsch: Beschwerde an die Beschwerdestelle des Dienstes.
- Eine Tankstelle erhöht außerhalb von 12 Uhr: Die Durchsetzung liegt bei den Landesbehörden.
Quellen: Bundeskartellamt, Bundeskartellamt
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